Über uns

Nachhaltigkeit lernen in Ökodörfern und anderen Orten des Wandels

nachhaltig

Inmitten der globalen Urbanisierung bilden unsere Lernorte als Dorf, Gemeinschaft oder städtisches Quartier kleine Einheiten, die gesellschaftliche Transformation praktisch erproben. Alle Orte sind einzigartig. Und doch verbindet sie die Absicht, zukunftsfähige Lebensstile zu erfinden. Als Best-Practice-Beispiele wollen sie ihre Gäste für ein lebenswertes Morgen begeistern – nicht nur in ökologischer, sondern auch in kultureller, sozialer und ökonomischer Hinsicht.

gemeinschaftlich

Die brennenden Fragen unserer Zeit kann niemand allein beantworten. Und so stehen Gemeinschaftsbildung und die Entwicklung eines solidarischen Miteinanders ganz oben auf der Agenda der Lernorte. Kollektive, partizipative Prozesse brauchen zuweilen Geduld, Toleranz sowie die Fähigkeit, Ambivalenzen auszuhalten. Ein neues WIR fällt nicht vom Himmel – aber es bietet einen soliden Boden für alles, was darauf wachsen möchte.

erfahrungsorientiert

Für nachhaltige, komplexe Lösungen gibt es keine simple Blaupause, und so ist Experimentierfreude eine der wichtigsten Zutaten des Wandels. Die Akteure an den Lernorten sind oft Lernende und Lehrende zugleich, die neben Fachkompetenz über einen Schatz an Erfahrungswissen verfügen. Besucher*innen sind im Rahmen der Veranstaltungen eingeladen, vor Ort dabei zu sein: Ganzheitlich wahrnehmend eintauchen und authentische Erfahrungen sammeln.

Was zeichnet die Lernorte für morGEN aus?

  • Siedlungscharakter, Langfristigkeit: Lernorte sind Dörfer, Quartiere oder Siedlungen.
  • Die ökologische Dimension steht im Vordergrund eines nachhaltigen Gesamt-Konzeptes. Es werden konkrete ökologische Projekte und/oder Schwerpunkte verfolgt. Ökologisches, sozialverträgliches Handeln drückt sich einem entsprechenden Gesamterscheinungsbild, einer ökologischen Infrastruktur und einem sorgfältigen Ressourcenmanagement aus.
  • Der Gemeinschaftsgedanke ist ein leitendes Motiv. Das soziale Miteinander wird gepflegt, basisdemokratische Strukturen sind eine tragende Säule des Lernortes.
  • Gelebter Alltag: Lernorte zeichnen sich dadurch aus, dass Menschen dort ihren Lebensmittelpunkt haben. Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbindet sich.
  • Walk your talk. Der Lebensstil der Akteure und Referent*innen korrespondiert mit den Bildungsinhalten.
  • Ein gemeinsamer Werte-Kanon (gemäß der Satzung des Netzwerkes GEN Deutschland e. V.):

Wir streben eine offene, demokratische, menschenwürdige und friedliche Gesellschaft an, die alle Menschen gleichberechtigt, solidarisch und freundschaftlich miteinander gestalten. Akzeptanz verschiedener Kulturen, Religionen und von spirituellen Wegen, Weltoffenheit und Freude am kulturellen Austausch sowie Achtung und Achtsamkeit gegenüber Anderen, dem Leben und der Natur sind uns wichtige Werte (gemäß den Nebenbestimmungen des Netzwerks GEN Deutschland e. V.).

Lernorte ist keine Plattform für Orte des Wandels oder Ökodörfer

  • mit völkischer oder nationalistischer Gesinnung,
  • die Menschen auf Grund ihrer Herkunft, Aussehen, Religion, Weltanschauung, Geschlecht, sexueller Identität oder Orientierung benachteiligen,
  • die Menschen in ihrer Meinungs- oder Bewegungsfreiheit einschränken oder ein Verlassen der Gemeinschaft erschweren,
  • in denen Formen von wirtschaftlicher oder sexueller Ausbeutung oder Missbrauch von Mitgliedern, besonders von Kindern stattfinden,
  • die Kindern den Zugang zu Ausbildung, ärztlicher Versorgung und Familienangehörigen außerhalb der Gemeinschaft erschweren,
  • in denen Personenkulte oder Hierarchien und Machtstrukturen existieren, die die Menschen nicht in freier gemeinschaftlicher Übereinkunft geschaffen haben und auch wieder verändern können,
  • in denen Menschen sich unter physischem oder psychischem Zwang Dogmen, einer „richtigen“ Lehre unterwerfen müssen.

Weltaktionsprogramm BNE: Lernorte der Nachhaltigkeit

Auch die UNESCO hat erkannt, dass (Bildung für nachhaltige Entwicklung) ganzheitliche Lernerfahrungen an Lernorten der Nachhaltigkeit braucht.“ Lernorte entfalten ihre volle Innovationskraft dann, wenn sie ganzheitlich arbeiten (…). Die Förderung von Lernorten mit solch einem ganzheitlichen Ansatz steht daher im Fokus des Weltaktionsprogramms BNE 2015-2019, dort nennt die UNESCO dies den Whole Institution Approach. 2019 wurden drei der Lernorte für morGEN ausgezeichnet: Der Projekthof Karnitz, die GASTWERKE Escherode und das Ökodorf Sieben Linden. Wir sind gespannt auf das BNE-Anschluss-Programm der UNESCO ab 2020, das leider noch nicht offiziell verkündet wurde.

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Lernorte für morGEN ist ein Projekt des Global Ecovillage Network Deutschland

GEN – das Global Ecovillage Network ist ein beständig wachsendes Netzwerk internationaler Gemeinschaften und Ökodörfer, das Brücken baut zwischen allen Kulturen und Kontinenten. GEN Deutschland e. V. hat sich als nationales Netzwerk 2014 gegründet und ist Mitglied bei GEN Europe. Die Bildungsplattform gehört zum Vorhaben Leben in zukunftsfähigen Dörfern und wird im Rahmen eines zweijährigen Projektes vom Umweltbundesamt gefördert. Nach Beendigung der geförderten Periode soll sich Lernorte für morGEN unter dem Dach von GEN Deutschland selbst tragen.

Wir möchten diesen Überblick über diese besonderen nachhaltigen Veranstaltungsorte und -formate weiter ausbauen und suchen fortwährend Orte, Dörfer, Quartiere oder Veranstaltungsplätze, die unseren Kriterien entsprechen. Falls du Interesse hast, auf diesem Portal aufgenommen zu werden, oder mögliche Orte kennst, die zu uns passen, schreib uns doch über lernorte@gen-deutschland.de oder benutzt unser Kontaktformular.